
In den 1980er Jahren erlebte das Sammeln zeitgenössischer Keramik einen Boom, der mit dem Versuch einer Institutionalisierung der aktuellen keramischen Kunst in Galerien, Museen und durch Kunstpreise einherging. Zugleich erwies sich auch das Sammeln historischer Keramiken als ergiebige Spielwiese für finanzstarke Mäzene, wie die Springer-Sammlung nordeuropäischer Fayencen eindrücklich belegt. Dieses oft private Engagement ging häufig mit dem Wunsch nach Öffentlichkeit einher, zielte auf die Verankerung der keramischen Kunst im öffentlichen Bewusstsein als wichtiger Bestandteil aktueller ästhetischer Diskurse ab und verfolgte die Aufwertung der Keramik als Teil einer erweiterten Kunst- und Kulturgeschichte. Der Vortrag möchte damalige Strategien nachzeichnen und fragt, was heute von diesen Bemühungen geblieben ist.