
Vortrag von Christian Boldt zur Geschichte, Gründung und Bedeutung einer Festungsstadt an der Elbe
Warum baut man eine Stadt mitten in den sumpfigen, mückenverseuchten und von Sturmfluten geplagten Elbmarschen?
Diese Frage stellte sich König Christian IV. von Dänemark und Norwegen zu Beginn des 17. Jahrhunderts – und sie markiert den Beginn einer der spannendsten Stadtgründungen Nordeuropas: Glückstadt.
Der Vortrag beleuchtet die politischen, militärischen und technischen Hintergründe der Gründung und Entwicklung Glückstadts zwischen 1615 und 1815. Ausgehend von den Machtkonflikten zwischen den dänischen Königen und den Gottorfer Herzögen um die Souveränität Schleswig-Holsteins zeichnet die Präsentation den Weg von der Idee einer königlichen Handels- und Festungsstadt bis zur baulichen Umsetzung in der holländischen Festungsmanier nach. Mit Karten, Abbildungen und historischen Dokumenten wird gezeigt, wie Christian IV. versuchte, Hamburg wirtschaftlich und strategisch Konkurrenz zu machen, wie die moderne Festungsbaukunst auf die Einführung der Feuerwaffen reagierte, und wie Glückstadt als militärisches, wirtschaftliches und politisches Zentrum im königlichen Anteil Schleswig-Holsteins entstand.
Im Mittelpunkt stehen:
Die politische Lage Schleswig-Holsteins um 1620
Der Einfluss der neuen Artillerietechnik auf die Festungsarchitektur
Die Anlage Glückstadts als Planstadt nach Renaissanceprinzipien
Die Bedeutung der Bastionen, Ravelins und Wassergräben in der Verteidigungsstrategie
Glückstadt als Symbol königlicher Macht und städtebauliches Experiment
Begleitet wird der Vortrag von historischen Abbildungen, Stadtplänen und zeitgenössischen Quellen.