
Die Detlefsen-Gesellschaft lädt zu einem Vortrag von Christian Boldt ein. Thema des Abends ist „Adliges Wohnen in den Herzogtümern in Stadt und Land“.
Wenn heute vom adeligen Wohnen gesprochen wird, denken viele zunächst an Schlösser und Herrenhäuser auf dem Land – an große Parkanlagen, repräsentative Zufahrten und Gebäude, die bewusst Distanz zur umgebenden Welt schaffen. Diese Vorstellung ist zwar nicht falsch, greift jedoch zu kurz. Seit der Frühen Neuzeit gehörte auch das städtische Wohnen selbstverständlich zur Lebenswelt des Adels. Neben den Gütern und Landsitzen existierte eine zweite, ebenso wichtige Wohnform: das Adelshaus oder Palais in der Stadt. Gerade in Residenz-, Verwaltungs- und Handelsstädten entwickelten sich seit dem 16. Jahrhundert urbane Wohnsitze des Adels. Diese Gebäude erfüllten mehrere Funktionen zugleich: Sie dienten als Wohnsitz während politischer Tätigkeit, als Ort wirtschaftlicher und administrativer Geschäfte, als gesellschaftlicher Treffpunkt sowie als sichtbares Zeichen sozialer Stellung. Adelshäuser waren daher weit mehr als einfache Stadtwohnungen – sie waren Orte politischer und sozialer Repräsentation.
Der Vortrag widmet sich dem adeligen Wohnen in der Stadt am Beispiel Schleswig-Holsteins und Dänemarks. Zunächst werden grundlegende Formen adeliger Wohnkultur vorgestellt – Schlösser und Herrenhäuser. Anschließend wird gezeigt, wie sich daraus städtische Adelshäuser und Palais entwickelten. Im zweiten Teil steht schließlich Glückstadt im Mittelpunkt – eine Stadt, die aufgrund ihrer planmäßigen Gründung besonders interessante Einblicke in die urbane Wohnkultur des Adels bietet.
Der Vortrag findet von 17:30 bis 18:30 Uhr statt.
Im Anschluss daran folgt die Mitgliederversammlung der Detlefsen-Gesellschaft.