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Amrum, Vor dem Hafen rechts | 60x80 cm | Öl auf Leinwand | 2017


Ben Kamili | Finnland, Nahe Helsinki


Hallig Hooge, Spaziergang | 80x140 cm | Öl auf Leinwand | 2017


Helgoland, Die Düne | 60x80 cm | Öl auf Leinwand | 2018


Juist, Vorgarten | 50x40 cm | Öl auf Leinwand | 2017


Sylt, Anscheinend bin ich völlig alleine hier | 80x80 cm | Öl auf Leinwand | 2017


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Ausstellung 2018 im Detlefsen-Museum
Ben Kamili
Norddeutsche Insellandschaften

Eröffnung Sonntag, 03.06.2018, 11:30 Uhr

Laufzeit: 03. Juni – 19. August 2018

Die Natur ist der Hauptdarsteller in den Werken des Berliner Malers Ben Kamili. Stets auf der Suche nach eindrucksvollen Landstrichen entdeckt er schon zu Beginn der 1990er Jahre die Insel Sylt als Refugium für die malerische Auseinandersetzung mit der Nordsee. Später folgt Juist, für ihn ein Ruhepol abseits des touristischen Trubels, wo die Inspiration durch das Meer erneut fließen kann.

Das Interesse für die nordfriesische Natur und Kulturlandschaft war also geweckt. Mit dem Detlefsen-Museum in Glückstadt ist Ben Kamili bereits seit 2016 eng verbunden, als dort die Ausstellung „Ben Kamili – Die Elbe. Panta Rhei – Alles fließt“ gezeigt wird. Auf Anregung von Christian Boldt, Museumsleiter im Detlefsen-Museum, kam Ben Kamili der Gedanke, die Inseln Nord- und Ostfrieslands in den Mittelpunkt zu stellen. So war die Idee geboren und schnell finden sich zwischen Elbe und Stör zwei Museen für eine Doppelausstellung: das Detlefsen-Museum in Glückstadt und das Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe. Und Ben Kamili? Er geht auf künstlerische Expedition, bereist alle Inseln, und stellt bald fest, dass dies „kein Urlaub mehr ist, sondern harte Arbeit“. Dass sich die Mühe mehr als ausgezahlt hat, zeigen 120 Ölbilder sowie zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen, die in den beiden Ausstellungen zu finden sind. Wie einst Wenzel Hablik ließ Ben Kamili sich auf Sylt und Föhr von dem unmittelbaren Anblick der Naturkräfte inspirieren. Beide verbindet, dass das Naturerlebnis für ihr künstlerisches Schaffen unerlässlich ist.

Der zuweilen unbändige Charakter der Nordsee, mit seinem durch die Gezeiten ständig wechselnden Naturschauspiel, diente schon vielen Generationen als Inspirationsquelle. Noch im 17. und 18. Jahrhundert war die Naturbetrachtung von einer großen Frömmigkeit und andächtigen Verehrung geprägt. Die Naturgewalten aber auch ihre Schönheit bezeuge die Macht und die Güte Gottes. Die Botschaft lautete, dass der Schöpfer in all seinen Werken wunderbar sei. Gott sei in den Dingen.

Als sich schließlich mit der Romantik auch in der Kunst eine Neubewertung der Natur entwickelt, sollte es trotzdem noch einige Jahrzehnte dauern bis Künstler die friesischen Inseln für sich entdeckten. Das Meer kommt in der Landschaftsmalerei des 18. Jahrhunderts durchaus vor, doch durch die beschwerliche Anreise zu manchen Inseln und Halligen wurden diese Orte zunächst kaum von Künstlern berücksichtigt. Erst im 19. Jahrhundert als auch der Bädertourismus auf Sylt, Föhr und anderen Inseln einsetzt, werden die nord- und ostfriesischen Inseln langsam zu einem Magnet für Kreative.

Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs waren auf den Inseln Nord- und Ostfrieslands vielerorts Künstler zu Besuch, um als zumeist dem Spätimpressionismus zugewandte Freilichtmaler zu arbeiten. Das intensive Naturerlebnis war für die Künstler essenziell. Nach dem Krieg folgte auch die künstlerische Avantgarde aus den Metropolen auf die Inseln. Emil Nolde, Paula Modersohn-Becker und Otto Mueller sowie viele weitere Maler und Malerinnen fanden in der Betrachtung der Küsten- und Dünenlandschaft, den Erlebnissen des Meeres und des weiten Himmels Anregungen.

Auch heute ist unser Blick auf das Meer und die Küstenlandschaft meist romantisch. Wir suchen die Nähe und wir begeistern uns an der Weite, in der sich der Blick verliert. In einigen Werken Ben Kamilis herrscht eine geradezu beschauliche und friedliche Atmosphäre. Sehnsuchtsvoll betrachtet man die Abendstimmung auf Sylt oder den Sonnenuntergang auf Juist und wünscht sich dort zu sein. Doch hält Ben Kamili auch das aufgewühlte Meer, den nebelverhangenen Himmel und die düsteren Stimmungen fest, die ebenfalls zum Erleben der Inseln gehören. Dagegen stehen das Blütenmeer auf Spiekeroog und Sylt, die gelben Rapsfelder auf Föhr – nach der künstlerischen Erkundung der Inseln im Norden stellt der Künstler fest, „dass es viele Ähnlichkeiten zwischen den Inseln gibt, aber auch Differenzen. Jede Insel hat ihren eigenen Charme, ihren eigenen Charakter.“


Katrin Maibaum
Wenzel-Hablik-Museum, Itzehoe

Christian Boldt
Detlefsen-Museum, Glückstadt


Im Anschluss an die Vernissage in Itzehoe am 03. Juni 2018, um 11.30 Uhr wird die Glückstädter Ausstellung mit einem Museumsfest ab 14 Uhr eröffnet.
Es gibt eine Künstlerführung durch die Ausstellung und im Museumsgarten Leckereien aus der Region.

Zudem wird zu den Ausstellungseröffnungen ein kostenloser Busshuttle zwischen beiden Museen eingerichtet.

10.30 Uhr Abfahrt Glückstadt , Am Markt nach Itzehoe
13.15 Uhr Abfahrt Itzehoe nach Glückstadt
16.00 Uhr Abfahrt Glückstadt zurück nach Itzehoe
Verbindliche Voranmeldung unter 04821/ 8 88 60 20



Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ben Kamili
Norddeutsche Insellandschaften
112 Seiten, 15,- EUR



 
   

 
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